Zeitstrahl Geschichte der Astrologie

zusammengestellt von Barbara Stauffer

 

ABKÜRZUNGEN  im Text:

J.  

Jh.  

Jt. 

v.Chr.

=  Jahr

=  Hahrhundert

=  Jahrtausend

=  vor Christus

 

Ursprünge unserer Astrologie Erste Aufzeichnungen reichen zurück bis ins 3., ja sogar noch ins 4. Jt. v.Chr.   Mesopotamien, Sumer, Babylon, Omendeutung. Erste grobe Deutungen mit den nahen Planeten bis Jupiter.
Bekannt: Tag- u. Nachtgleiche, einige Fixsterne. Entstehung Gilgamesch-Epos (12 Tafeln).
3 Himmels-Strassen Ea-Anu-Enlil.
Ekliptik und Präzession bekannt, 12 Tierkreiszeichen. Aegypten erste Pyramiden, Jahr hat 365 Tage. England Beginn Bau Stonehenge.
  2. Jt.v.Chr. Turmbau (Zikkurat) von Babel angefangen, Babylonische Hochkultur, König Hamurapi, Marduk-Tempel, Ishtar-Tor,  Venus bekannt, älteste Rundzeichnung des Tierkreises.
Stonehenge in 3. Phase fertiggestellt, beginnt 200 J. später zu zerfallen.
Beginn Astrologie in Persien und in Türkei.
Aegypten unter Echnaton eine Sonnenreligion. Griechen verbanden babylonische Sternengläubig-keit mit Geometrie und schufen den Tierkreis.
  Ab 700 v.Chr. Mythraskult in Persien. Seine magischen Riten beruhten auf Astrologie.
  Um 650 v.Chr. König Assurbanipal liess die assyrischen Wissen-schaften in einer Tontafel-Bibliothek dokumentieren und in Ninive ablegen.
Beinhaltet u.a. auch viele astrologische Texte.
  624 v.Chr. Thales von Milet, Geometrie und Astronomie.
  Um 600 v.Chr. Chaldäer/Babylonier führten die Astrologie zur Blüte. Der Kalender hatte 354T. 12Mon. à 29/30T.
  586 v.Chr. Pythagoras, Harmonie der Sphären.
  495 v.Chr. Ärzte bedienen sich der Astrologie. Empedokles, Lehre der 4 Elemente.
  ca. 400 v.Chr. Tierkreis eingeteilt in 12 gleich grosse Zeichen und mit Gradeinteilung.Immer mehr Einfluss der Perser.
  410  v.Chr. Erstes individuelles Horoskop. Noch sehr einfach, Pla-neten in Bezug zu Fixsternen berechnet. Es wurde aus dieser Zeit nur ein individuelles Horoskop gefunden.
  Um 400 v.Chr. Plato beschreibt eine Kosmologie, welche das griechische Weltbild stark beeinflusst.
  Um 390 v.Chr. Hippokrates begründet die medizinische Astrologie.
  Um 350 v.Chr. Aristoteles entwickelt Konzept Sterne/Weltgeschehen.
  Um 330 v.Chr. Beginnender Kulturaustausch zwischen Griechenland und Babylon (nach der Eroberung Babylons durch Alexander den Grossen).
Astrologie in der Antike Ab 300 v.Chr. Griechenland und römisches Reich. Beginn Hellenismus. Eine Hauptaufgabe der Astrologen war, Lebensdauer /Todesdatum  vorauszusagen; Herrscher erkundigten sich beim Astrologen über die Lebensdauer eventueller Gegner (grosse politische Wirkung).
  Um 285 v.Chr. Erste weltliche Astrologieschule, gegründet von Berossos auf der Insel Kos; Astrologie breitete sich von da aus über die ganze hellenische Welt.
  263 v.Chr. Babylon: ältestes bekanntes Geburtshoroskop mit eingetraagenen Tierkreisgraden.
  Um 260 v.Chr. Aristarch von Samos begründet das heliozentrische Weltbild, was damals aber kaum Beachtung fand.
  Um 300 - 200 v.Chr. Ägypter übernehmen babylonische Astrologie.
In Griechenland: nach Plato, Pythagoras und Aristoteles -> Hellenistische Astrologie.
  Um 200 v.Chr. Aszendententabellen.
  139 v.Chr. Vertreibung der Astrologen aus Rom und Italien.
  Um 125 v.Chr. Der Ägypter Hypparch definiert die Präzession des Erdachswinkels (was allerdings die Chaldäer schon 600 J. vorher als Vorgang erkannt hatten)
  Um 110 v.Chr. Römische Astrologie, von den Kaisern gefördert,  mit stoisch-fatalistischem Charakter.
Aegypten: Tierkreis von Dendera.
  Ca. 100 v.Chr. Mythraskult gelangte nach Rom und wurde Mysterienkult.
  46 v.Chr. Einführung Julianischer Kalender durch Caesar.
  Um die Zeitenwende Mehrere überlieferte Horoskope.
  14 Manilius schreibt ‚Astronomicon’.
  35 Imperator Caligula beruft sich mit seiner Schreckensherrschaft auf astrologische Deutungen.
  Um 130 Wissenschaftliche Begründung der Astrologie durch den berühmten Ptolemäus (geozentrisches Weltbild).Mit seiner „Tetrabiblos“  wurde das astrologische Wissen verbreitet. Damaliges stoisches Weltbild -> zwangsläufige Vorhersehbarkeit von allem Zukünftigen.
  Um 200 Sonnenkulte werden römische Staatsreligion. Besonders ab dem 2. Jh. n.Chr. kamen individuelle Horoskope stark auf.
  232 Häusersystem von Porphyrius.
  313 Christentum wird Staatsreligion. Immer mehr wird die Astrologie unterdrückt.
  381 Der Untergang des römischen Reichs ging einher mit einem Rückzug der Astrologie.
Die Kirche verdammte die Astrologie und verbot sie am Konzil von Laodicea.
Ausgehendes Altertum/Beginn Mittelalter 476
529
Ende des römischen Reiches. In Westeuropa vorläufiges Ende der Astrologie. Kaiser Justinian verbietet Astrologie.
  531 Aeltestes bekanntes arabisches Horoskop.
  7.Jh. Araber übernehmen Astrologie der Antike und mischen mit indischen Lehren.
  8.Jh./9.Jh. Basis der Mundan-Astrologie. Gründung einer Schule für Astronomen und Astrologie in Bagdad.
Albumasar in Persien, grösster Astronom seiner Zeit. Wiederbelebung der Astrologie unter Karl dem Grossen.
Juden bringen arabisches Wissen vor allem nach Spanien.
  10.Jh. Häusersystem und Lehrbuch von Alcabitius.
  11. bis 13.Jh. Mönche betreiben Astrologie. Astrologische Symbolik (Geheimwissen) an Dombauten.
  13. Jh. Über Arabien/Ägypten (nach Kriegen) verbreitete sich die Astrologie in Europa.  
Häusersystem des Campanus.  
Astrologie wird an Universitäten gelehrt. Thomas v.Aquin  Astrologie und göttliche Gnade.
  Um 1400 Astrologie beginnt zu „boomen“  in Kunst, Alltag und Weltgeschehen. Regenten und Päpste haben ihre eigenen Astrologen.
Lehrstühle für Astrologie an viele Universitäten ( Paris, Padua, Bologna, Florenz, Oxford u.a.).
  1450 Buchdruck machte weite Verbreitung möglich.
Neue Blüte in der Renaissance 1450-1650 Beginn Humanismus.
Astrologie wurde zum Standard-Lehrangebot an den Universitäten.  
Herrscher hielten sich königliche Arzt-Astrologen.
  1467 Häusersystem von Regiomontanus. Ephemeriden, Direktionstabellen.
  1514 Kopernikus begründet heliozentrisches Weltbild à Trennung Astronomie/Astrologie. 
  1520 Vatikan(Papst Leo X) richtet astrologischen Lehrstuhl in Rom ein.
  1537 Paracelsus schreibt ‚Grosse Astronomie’ (rein astrologisch).  
  Ab 1550 Inquisition verfolgte zahlreiche Astrologen.
  1555 Nostradamus veröffentlicht seine astrologischen und seherischen Prophezeihungen.
  1574 Tycho Brahe (Lehrer Keplers) ermittelte genauere Planetenbahnen, vertrat geozentrisches Weltbild.
  1582 Einführung des gregorianischen Kalenders durch Papst Gregor XIII.
  1592 Galilei erkennt div. physikalische Gesetzmässigkeiten.
  1601 Kepler (kaiserlicher Astrologe) schrieb Harmonicae mundi, berechnete die 3 Bahngesetze der Planeten.
  1609 Galilei baute Fernrohr und betrachtete Milchstrasse.
  1627 Kepler veröffentlicht verbesserte Planetentafeln.
  1630 Der französische Astrologe Morin wurde Professor für Mathematik und Astrologie, er schrieb 1661 ‚Astro-logia  Gallica’, 26 Bände, absolut deterministisch.
  1633 Galilei angeklagt vor der Inquisition weil er heliozentrisches Weltbild vertrat.
  1634 Ein astrologisch ermittelter ‚ewiger Hauskalender’ entsteht.
  1637 René Descartes, analytische Geometrie.
  Um 1650 England, Lilly, Stundenastrologie, „Christliche Astrologie“.
  1657 Placidus de Titis in Mailand Professor für Mathematik, entfernte sich als erster entschieden vom Fatalismus in der Astrologie. Er widerlegte die bisher gültigen statischen Häusersysteme von Campanus und Regiomontanus, gab ihnen eine proportionale Form. 
  1666 Astronomie gewinnt Gewicht an Universitäten, hingegen Astrologie verliert.
Isaac Newton baut erste Spiegelteleskope.
  1687 Bonatti, Mönch, Sekundärdirektionen, Geburtszeitkorrektur
Niedergang im Rationalismus Im 17./18. Jh. Astrologie wurde zum Aberglaube degradiert. Skrupellose Geschäftsastrologen bereicherten sich in der Zeit des Teufels- und Hexenwahns an den Ängsten der Bevölkerung.
Zunehmende Ablehnung der Astrologie durch die technisch-materialistische Fortschrittsgläubigkeit. Descartes lehnte alles Nichtrationale ab.
  1789 Französische Revolution, „wassermännisches“ „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“.
  Um 1800 Das Haussystem des Placidus kommt allgemein in Mode und gilt ab da als Standard.
  1817 Der letzte Lehrstuhl für Astrologie an einer deutschen Universität wird abgeschafft.
  19. Jh. Popularisierung durch Almanache.
  1875 Gründung Theosophische Gesellschaft, Helena Blavatsky, Okkultismus, antike Weisheitstreligion, Blavatskys Lehre beeinflusst Denken noch bis heute.  
Auferstehung in der Neuzeit Spätes 19.Jh./Anfangs 20.Jh. Alan Leo ‚Astrologie für jedermann’.
Seriöse Astrologen wie  Brandler-Pracht, Reinhold Ebertin (Kosmobiologie), Thomas Ring (revidierte Astrologie).
Gründung  vieler astrologischer Vereine.
  30er-Jahre

J. Vehlow entwickelte neues Häusersystem, untersuchte diverse rhythmische Auslösungs-Systeme.
C.G.Jung betreibt auch Astrologie.
Witte: Halbsummen, hypothetische Planeten ‚Hamburger Schule’.
Thomas Ring, Fankhauser, Dane Rudhyar.
Amerika: Gründung AFA,
erste Horoskope am Radio.

Rückschlag 1941 Astrologie, am Anfang von den Nationalsozialisten noch geduldet, wurde verboten.
  50er-Jahre Dr.W. Koch vertrat „Prämisse des freien Willens“.  Er entwickelte neues Häusersystem, welches er 1959 veröffentlichte.
W. Döbereiner entwickelte aus der Glahn-Methode die Münchner-Rhythmenlehre und die Septare.  Gründung Kosmobiosophische Gesellschaft, Ebertin Gründung DAV.
England Gründung AA.
  60er-Jahre Huber-Schule: Astrologische Psychologie, Gründung API, war erste europäische Astrologieschule. Erste Computer-Horoskope.
Aufschwung 70er-Jahre Interesse nimmt wieder zu, Prognosen treten in den Hintergrund, Charakteranalysen dominieren. Gründung Schule für Astrologie SfA. Erste Horoskope am Fernsehen.
  80er-Jahre Interesse nimmt weiter zu.  Astro-Boom weltweit.  Es gehört zum guten Ton, etwas von Astrologie zu verstehen.
1. Astrologie-Weltkongress in Zürich. Berechnungen werden immer mehr mit dem Computer erstellt. Entdeckung Chiron; innert Kürze viele Deutungsbücher auf dem Markt.
Gründung Astrodata.
Gründung Astrodienst.
Astrologische Menschenkunde(nach Ring).
Institut f.psychologische Astrologie. SAF , Gründerin Heidi Dohmen.
Entstehung weiterer Astrologieschulen.
  90er-Jahre Boom flaut ein wenig ab.
Veränderung Jahrtausendwechsel   Astronomen blicken tiefer ins Weltall als je zuvor. Neueste  quantenphysikalische Forschung hat Auswirkung auf Bewusstsein;  zwangsläufig verändert sich das Weltbild.
Astrologie bekommt vielleicht gerade dadurch in der heutigen Zeit eine neue Anziehungskraft, dass sie einem ganzheitlichen Verständnis von Welt und Mensch entgegenkommt.
Astrologen forschen mit neuentdeckten Kleinplaneten Quaoar, Sedna,  UB313 und anderen.
  2006 Interesse nimmt wieder zu. Engagierte Schüler/innen an den Astrologie-Schulen. Astrologische Beratungen sind gefragt.

 

VORKULTURELLE STUFE FRÜHLINGSPUNKT 
CA. 2000 J. in
Löwe
ca. 10’000-7900 v.Chr. Noch keine Astrologie. Aus der Zeit wurden  Höhlenzeichnungen gefunden.
MAGISCH-MANTISCHE PHASE FRÜHLINGSPUNKT
CA. 2000 J. in
Krebs
ca. 7900-6500 v.Chr. Sonnen-Mond-Kulte. Erste Siedlungskulturen.  Ackerbau.    Erste Stadt Jericho wird gebaut. Älteste bekannte Tierkreisdarstellung überhaupt, gefunden in Nordwestafrika.
FRÜHLINGSPUNKT
CA. 2000 J.
in Zwilling
ca. 6500-4300 v.Chr. Erfindung Schrift, Erfindung Rad. Segelboote in Ägypten. „Seher“ als geistige Führer
FRÜHLINGSPUNKT
CA. 2000Jj.
in Widder
ca. 4300-1900 v.Chr.  Stier-Kulte, megalithische Observatorien. Kalenderastronomie. Erste Stadt-Staaten zwischen Euphrat und Tigris: Uruk, Ur, Lagasch,  Akkad.
FRÜHLINGSPUNKT
CA. 2000 J.
in Fische
ca. 1900-400 v.Chr. Streitwagen verändert die KriegstechnikenJahreskalender Astrologische RegelsammlungKeilschrift vereinfacht zum Alphabet
FRÜHLINGSPUNKT
CA. 2000 J. in
Wassermann
ca. 400 v.Chr.- ± heute Präzession berechnet. Gesamte Struktur der Astrologie inkl. grundlegende Elemente eines Horoskopes waren vorhanden. Anfang der Charakterdeutung.

Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen, es ist nicht immer überall das genau gleiche Jahr angegeben,

Die Jahrzahlen differieren umso mehr, je weiter sie zurückliegen.

Die indische und chinesische Astrologie habe ich bewusst nicht dazugenommen.

Zusammengestellt von Barbara Stauffer-Weber ,  2006